Frau Maikäfer flieg!

Auer, Martin, 2001
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Medienart Buch
ISBN 978-3-522-30004-9
Verfasser Auer, Martin Wikipedia
Wolfsgruber, Linda Wikipedia
Systematik JE - Erzählungen
Schlagworte Tiere, Reisen, Bilderbuch, Tod, Suche
Verlag Thienemann
Ort Wien u.a.
Jahr 2001
Umfang [25] S. : durchg. Il
Altersbeschränkung keine
Verfasserangabe Martin Auer. Ill. von Linda Wolfsgruber
Annotation Annotation: In intensiven Bildern und einem schnörkellosen Text erzählen die beiden (Wahl-)WienerInnen von der Vergänglichkeit, vom Sinn des Lebens und von der Schönheit der Welt. Und das alles in einem einfachen Maikäferleben. Rezension: Ein schönes Sinnbild: Sie sitzt auf dem Friedhof neben einem vierblättrigen Kleeblatt und weint. Sie müsste den Klee nur pflücken, aber durch die Tränen erkennt sie das Glück der Freiheit nicht, sondern trauert der verpassten Hochzeit nach. Sie, das ist die einzige Maikäferin, die sich in den Juli retten konnte. In ihrer Einsamkeit fängt sie an zu fressen. Von Baum zu Baum fliegend entdeckt sie plötzlich etwas Neues, nie Gesehenes: Das große Meer. Sie fährt mit einem Schiff um den Äquator und sie "sah Dinge, die noch nie ein Maikäfer gesehen hatte. Als ein Jahr um ist, kehrt sie zurück und kann von Dingen erzählen, von denen noch nie ein Maikäfer gehört hatte. Endlich erfuhren sie etwas von der Welt." Die Geschichte beginnt und endet mit dem Tod aller Maikäfer. Nur der Heldin wird ein Jahr Aufschub gewährt, aber auch sie - ungewöhnlich genug in diesem Genre - stirbt am Ende. Die Vergänglichkeit dominiert, sie weicht auch im Mittelteil nicht, wo sich Abenteuer, Gefahr und Schönheit paaren. Und am Ende sterben mit dem nächsten Maikäferjahrgang auch ihre Erzählungen. Diese morbide Grundstimmung übernimmt Linda Wolfsgruber in ihren Bildern. Die Südtirolerin gehört längst zu den hochgelobtesten IllustratorInnen im deutschen Sprachraum. Die Publikumsgunst blieb ihr aber über weite Strecken verwehrt, da ihre Zeichnungen und Kaltnadelradierungen viel mehr der Kunst als dem gängigen Bilderbuchgeschmack verpflichtet sind. Sie zeigt das Erstaunen über die wunderbare Vielfalt der Welt in wenigen, einfachen Ausschnitten. Jede Bildtafel ist in eine andere, intensiv leuchtende Farbe getaucht und entwickelt dadurch eine ganz besondere Anziehungskraft. Die Geschichte endet mit einem Nachsatz, der die gedrückte Stimmung am Ende aufheitern soll, aber die Geschichte zu sehr pädagogisiert. Das hätte sie nicht nötig, doch immerhin ermöglicht Auer damit ein zusätzliches, wunderschönes Bild von Wolfsgruber mitsamt einem Porträt der berühmten Insektenforscherin Ida Pfeiffer - zu der die Maikäferin einige Parallelen aufweist. *ag* Bruno Blume
Bemerkung Katalogisat importiert von: Österreichisches BibliotheksWerk

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