Spirituelle Wege aus dem Burnout

Abel, Peter, 2009
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Medienart Buch
ISBN 978-3-89680-413-6
Verfasser Abel, Peter Wikipedia
Systematik V1 - Lebenshilfe
Verlag Vier-Türme-Verl.
Ort Münsterschwarzach
Jahr 2009
Umfang 143 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Peter Abel
Annotation Wohin man auch schaut - die Zahl vom Burnout oder ähnlichen Phänomenen betroffener Menschen ist in den letzten Jahren stark im Steigen begriffen. Die Erschöpfung des Ausbrennens scheint ein Zeichen unserer immer mehr auf Leistung und Tempo orientierten Zeit zu sein. Angesichts dieser drängenden Aktualität des Themas muss es verwundern, dass es vergleichsweise wenige Veröffentlichungen zum Thema Burnout gibt. Das gilt insbesondere im Bereich der spirituellen Literatur, die sich dieses Problems bisher noch kaum angenommen hat. Insofern kommt Peter Abel das Verdienst zu, einen ersten mutigen Schritt zu tun auf der Suche nach spirituellen Ressourcen und Impulsen für den Umgang mit dem Burnout. Abel ist ständiger Diakon und Leiter der "Arbeitsstelle für pastorale Fortbildung und Beratung" im Bistum Hildesheim. Bereits 1995 hat er mit "Burnout in der Seelsorge" eine einschlägige Publikation vorgelegt. In seinem neuen Buch begrenzt der Verfasser die Problemstellung bewusst auf den beruflich bedingten Burnout, obgleich ihm klar ist, dass das innerliche Ausbrennen zunehmend auch bei Familienmüttern und auf Grund von intensivem ehrenamtlichem Engagement vorkommt (10-11; 42). Im ersten Kapitel "Wie? Ich?" (9-20) leistet der Verfasser mit anschaulichen Beispielen eine breite und differenzierte Beschreibung der Phänomene des beruflich bedingten Burnouts und deutet diese zusammenfassend als Sinnkrise und damit für den gläubigen Menschen als spirituelle Anfrage. Das zweite Kapitel behandelt unter der Überschrift "Stress" (21-37) die Ursachen und Aspekte dieses typisch modernen Phänomens. Stress entsteht durch ein Zusammenkommen innerer und äußerer Faktoren (23). Diese können quantitativer Art sein (ein Zuviel an Aufgaben und Arbeiten), aber auch qualitativer Art (zu hohe Anforderungen). Doch Stress entsteht im Kopf, da wir einseitige Selbstbilder und Lebensmaximen im Kopf haben, die uns versklaven und kaputt machen (28f.). Als Prototyp des gestressten Menschen wird Mose vorgestellt. Im dritten Kapitel "Burnout" (38-58) beschreibt Abel die Prozesse des Ausbrennens: Wie die anfängliche Begeisterung und das große Engagement sich Schritt für Schritt in Resignation, Apathie und Frustration wenden. Auch untersucht er die strukturellen Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz, die ein Ausbrennen der MitarbeiterInnen fördern. Das vierte Kapitel "Innere Erschöpfung" (59-77) schildert - entlang der biblischen Erzählung vom Propheten Elija - die spirituelle Erschöpfung, die in einen Zustand abgrundtiefer Sinnleere und Verlorenheit führt. Mit dem fünften Kapitel "Innehalten und Kraft schöpfen" (78-89) beginnt Abel, positive und weiterführende spirituelle Schritte aus der Krise des Burnouts heraus zu umreißen. Das Zu-sich-selbst-kommen ist hier ein schwieriger, aber fundamentaler erster Schritt. Das sechste Kapitel geht der Frage nach, inwiefern "Kraftquellen in Kraftgrenzen" (90-107) verborgen sein können. Die Krise wird als Chance gedeutet, sein eigenes Leben in einem völlig neuen Licht zu sehen und dementsprechend anders zu gestalten. Ein siebtes Kapitel "Bewältigung am Arbeitsplatz" (108-122) orientiert sich ungleich stärker als die anderen Kapitel an der Regel Benedikts. Das benediktinische Maß wird als Königsweg zu einer ausgewogenen work-life-balance vorgestellt. Er prägt darüber hinaus den Umgang sowohl des Vorgesetzten als auch des Untergebenen mit Überforderungen (116-122 in einer sehr dichten Interpretation des 64. Kapitels der Regel Benedikts). Die letzten beiden Kapitel widmen sich den präventiven Maßnahmen. "Burnout und Führung" (123-131) zeigt Wege zu einer Unternehmenskultur und zu Führungsstilen auf, die dem Burnout strukturell vorbeugen. "Nur für heute - spirituelles Selbstmanagement" (132-138) hingegen verweist - in Orientierung an dem klassischen Dekalog der Gelassenheit Johannes' XXIII. - auf individuelle Vorbeugemaßnahmen. Literaturempfehlungen (139-143) schließen das Buch ab. Abel erzählt sehr anschaulich viele lebensnahe Beispielfälle. Er gibt eine Fülle praktischer Tipps und zahlreiche Impulsfragen für das eigene Nachdenken. Dabei geht ihm die spirituelle Tiefe aber nie verloren. Allerdings sind seine Quellen sehr heterogen, wenn es um die Lösungsperspektiven des Burnouts geht. Klassiker der Literatur stehen neben (vergleichsweise wenigen) Bibeltexten, Texte der Kirchenväter neben der benediktinischen Ordensregel. Dem Rezensenten hätte hier etwas mehr Homogenität wohl getan und mehr Ruhe beim Lesen vermittelt. Zudem konzentriert sich Abel sehr stark auf "Wege aus dem Burnout", wie der Buchtitel zu Recht sagt. Die Wege durch den Burnout hindurch hingegen kommen kaum zur Sprache. Zwar werden da und dort die Phänomene der Depression, des Suizidwunsches (36) und der abgrundtiefen Verzweiflung (47) angesprochen und anhand der Person des Elija einmal auch deutlicher profiliert (59-77). Aber die Zeitdauer solcher Phasen tiefer Depression, die oft Jahre dauern können und den Betroffenen auf eine harte Geduldsprobe stellen, wird vernachlässigt. Zwischen den Zeilen hat man fast den Eindruck, die Problemlösung könne sofort nach dem Eintreten des Burnouts begonnen werden. Dabei fehlt den Betroffenen dazu oft für lange Zeit die Kraft. Erst müssen sie die Zeit der inneren Leere und Sinnlosigkeit durchleiden und aushalten. Hierzu hätte sich der Rezensent doch auch den einen oder anderen Impuls erwünscht. Insgesamt ist das Buch aber ein sehr hilfreicher Wegweiser für Menschen, die den Tiefpunkt der Krise durchschritten haben und sich neu orientieren wollen. Zudem bietet es eine Menge Inspiration für die Seelsorge an Ausgebrannten. *Theologisch-praktische Quartalschrift* 4/2009 Michael Rosenberger
Bemerkung Katalogisat importiert von: onlineRezensionen (ÖBW)

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